Großes Jubiläum im kleinen Kreis: Luitgard ist seit 50 Jahren in der Schweigemeditation aktiv!
Großes Jubiläum im kleinen Kreis: Luitgard ist seit 50 Jahren in der Schweigemeditation aktiv!

Tagung der Kontemplationslinie Wohnraum des Göttlichen (WdG)

in Bad Sassendorf

Samstag, den 18. September 2021

 

 

Corona bedingt musste die Tagung der WdG 2020 ausfallen. Von daher waren wir dankbar, dass sich unsere Gruppe am 18. Sept. 2021 in Bad Sassendorf wieder treffen konnte.

Die WdG ist eine kleine Kontemplationslinie, die sich 2012 um Luitgard Tusch-Kleiner gebildet hat. Seitdem treffen wir uns jährlich, immer in Bad Sassendorf, denn dort wohnt Luitgard Tusch-Kleiner. Sie kann damit trotz ihrer 92 Jahre problemlos an unseren Tagungen teilnehmen. Selbstverständlich war sie auch bei der diesjährigen Tagung aktiv dabei.

Wir treffen uns meist schon am Vorabend und reisen dann am Sonntagmorgen wieder ab. So bleibt bei den abendlichen Gesprächen viel Zeit zum persönlichen Austausch. Besonders interessant sind dabei immer die Erinnerungen von Luitgard, die ja zusammen mit Willigis Jäger seit 1971 in Sachen Zen und dann Kontemplation aktiv war. Wir mussten auch diesmal oft schmunzeln, wenn das „Menschlich-Allzu-Menschliche“ dieser Anfangsjahre durchschimmerte.

 

Bei unseren Tagungen arbeiten wir immer ein Programm ab. Das beginnt bei der Anfangsrunde, geht dann über Berichten und Austausch zu unserer Arbeit und Fachvorträgen. Dazwischen sitzen wir in Stille und trinken Kaffee – es soll ja eine angenehme Arbeitsatmosphäre herrschen!

 

Dieses Jahr haben Petra Speth und Elke Vagt fachliche Impulse gesetzt.

Petra Speth erklärte, dass jede Körperhaltung und damit auch die Gebetsgebärden eine tiefe Bedeutung hätten und sich in den verschiedenen Kulturen ähnelten. Sie ließen uns ins Spüren kommen, sodass wir wahrnehmen könnten, dass Körper und Geist verbunden seien. „Der Körper ist immer im JETZT“, sagte sie, sodass der zerstreute Geist über die Körperwahrnehmung in den gegenwärtigen Moment geführt und beuhigt werden könne. Die Gebärden wirkten auf der energetischen Ebene und machten durchlässig und offen.

Sie übte mit uns das sog. „Körpergebet“ (Qi-Gong und Gebetsgebärden). Es wurde wieder einmal deutlich, dass Körper und Seele zusammengehören. Die Übungen taten uns gut und bereicherten unser Bewusstsein für die Seele-Körper-Dimension.

 

Danach setzte Elke Vagt Impulse zum Thema „Das Einssein in der Kontemplation - Leben aus der Erfahrung als Lehrende“. Sie begann mit Aussagen von Willigis Jäger aus seinem „Bekenntnis“ über das Eine als unsere „wahre Natur und die aller Wesen“, das sich in allem, was ist, ausdrücke. Danach verwies sie auf Erfahrungen der „eine(n) Wirklichkeit“, die formlos, namenlos, unsichtbar, lautlos sei, wie im Text „Über Zen“ von Daiô Kokushi geschildert. Da sich das Eine in allem, d.h. auch in verschiedenen Bewusstserfahrungen manifestiere, erläuterte sie das System der ´Versenkungsgrade` und der ´drei Gesichter Gottes` nach Ken Wilber. Für die Beschreibung von Rolle, Aufgabe und Verantwortung der Kontemplationslehrer zog sie Raimon Panikkars Formel zum Verständnis von spirituellen Erfahrungen heran (vgl. KuM 2/2021, S. 5!) und verwies auf Willigis` eindrückliche Aussage „Ein spiritueller Weg, der nicht in den Alltag führt, ist ein Irrweg.“, Zuletzt erläuterte sie, ausgehend von Richard Stieglers These, dass die klassischen spirituellen Wege primär auf z.B. Erwachen, Satori, Nirvana hingearbeitet hätten, dessen sensible Methoden, die die Aufmerksamkeit auf den Alltag bzw. die Gegenwart lenkten und die Seele heilten – eine Arbeit, die (gerade) auch für Kontemplationslehrer zu einer weiteren Befreiung von Prägungen und Konzepten führe. Mit einem Gedicht von Marie-Luise Kaschnitz schloss sie ihre Impulse ab.

Es wurde deutlich, dass wir uns damit in Erfahrungszuständen bewegen, die sprachlich nur schwer fassbar sind. In der regen Diskussion blieb ein Stück weit offen, was die Erfahrung von „Einssein“ oder „Erleuchtung“ für den Zustand und die Entwicklung der Persönlichkeit bedeutet.  

 

Die Tagung endete formal am Abend mit einem Jubiläum: Luitgard Tusch-Kleiner ist seit 50 (!) Jahren als Lehrerin in der „Schweige-Meditation“ tätig. „Schweige-Meditation“ deshalb, weil sich anfangs die Begrifflichkeiten Zen, christliches Zen und Kontemplation erst klären mussten.

 

Wir freuen uns, dass Luitgard mit ihren 92 Jahren immer noch klar und aktiv mit dabei ist!

 

Dr.  Wolfgang Kornder, Kontemplationslehrer des WdG (Wohnraum des Göttlichen), ernannt von Luitgard Tusch-Kleiner

Von links, hinten: Andreas, Elke, Christiane und Wolfgang. Vorne: Irene, Luitgard und Petra.
Von links, hinten: Andreas, Elke, Christiane und Wolfgang. Vorne: Irene, Luitgard und Petra.

Über uns

Luitgard Tusch-Kleiner zum 90.-sten Geburtstag

 

Elke Vagt hat zum 90. Geburtstag von Luitgard einen kleinen Rückblick geschrieben, der als pdf im Anhang zu finden ist.

(Der Artikel erschien in "Kontemplation und Mystik"; die Wiedergabe erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlages.) 

 

Personen und Portaits: Luitgard Tusch-Kleiner.
Ein kontemplatives Leben: Homage anlässlich ihres 90. Geburtstages von Elke Vagt
Personen und Portraits - Luitgard Tusch-
Adobe Acrobat Dokument 2.9 MB

WdG - Jahrestagung 2019 

 

Wir haben vom 20 - 22. Sept. 2019 wieder in Bad Sassendorf getagt, gearbeitet und das gesellige Beisammensein gepflegt. Kurz zusammen gefasst kann man sagen: Inhaltlich und fachlich war es sehr interessant. Und unsere WdG-Gemeinschaft wächst immer tiefer zusammen.

Statt  lange Texte zu schreiben,  lassen wir die Bilder sprechen. Wie man sieht, war Luitgard trotz ihres hohen Alters aktiv und hellwach dabei. Das ist schön! 

Von links: Elke, Andreas, Luitgard, Irene, Petra, Wolfgang, vorne: Jens
Von links: Elke, Andreas, Luitgard, Irene, Petra, Wolfgang, vorne: Jens

WdG - Jahrestagung in Bad Sassendorf

 

Vom 21. - 23. Sept. traf sich die WdG wieder bei Luitgard in Bad Sassendorf. 

 

Bereits am Freitagabend fanden wir uns in der Wohnung von Luitgard zusammen, die mit ihren fast 90 Jahren eine rüstige und wache Gastgeberin war.

 

Am Samstag ging es dann wie immer in der "Residenz" umrahmt von Sitzeinheiten durchs Programm. Der Austausch unserer jeweiligen Situation hatte am Vormittag breiten Raum. Nachmittags stellte Petra Körperimpulse aus dem japanischen Heilströmen vor. Wolfgang referierte zu Friedrich Schleiermacher, dessen Religionsauffassung  überraschend viele Berührungspunkte mit der ungegenständlichen Meditation hat. 

 

Wir erlebten ein erfüllendes Wochenende, das unserer Gemeinschaft gut tat, und reisten zufrieden zurück. 

 

2019 kann hoffentlich Christiane wieder mit tagen. Zudem sollen zwei neue Lehrer*innen von Luitgard zu unserem Kreis dazu kommen. Es geht weiter!

 

Von links: Elke, Wolfgang, Jens und Irene
Von links: Elke, Wolfgang, Jens und Irene

WdG auf dem WfdK-Treffen 26. - 28. Januar 2018 in Holzkirchen

 

Unsere Weggemeinschaft und Linie "Wohnraum des Göttlichen" war auch diesmal auf dem Forumstreffen  der WSdK. 

 

Neben vielen Gesprächen und dem Austausch unter uns und mit den knapp 50 TeilnehmerInnen war die Begegnung mit Sebastian Painadath SJ, der Meister Eckart und die Upanischaden verglich und große Gemeinsamkeiten herausarbeitete, sehr bereichernd. Es zeigt sich, dass sich die mystischen Wege gleichen und letztlich in dem einen Grund treffen. 

 

Wolfgang 

 

Der Tagesabschluss nach kulinarischen Genüssen!
Der Tagesabschluss nach kulinarischen Genüssen!

Treffen der WdG am 14. Okt. 2017

in Bad Sassendorf

 

Unsere Kontemplationslinie trifft sich jährlich. 2017 waren wir wieder in Bad Sassendorf, wo Luitgard wohnt. 

 

Tagsüber haben wir viel gearbeitet, uns intensiv zu Themen der Kontemplation wie Schülerbegleitung oder Haltung der Kursleitung auseinandergesetzt. Abends trafen wir uns zum Ausklang in einem gemütlichen, rustikalen Hotel. 

 

Auch wenn wir immer wieder bei den Tagungen des WfdK in Holzkirchen zusammen kommen, sind uns unsere WdG- Treffen wichtig, weil wir hier ganz in Ruhe und unter uns das besprechen können, was in unserer kleinen Linie bewegt. Leider waren Christiane und Jens verhindert. 

 

In unserem Lokal herrschte eine sehr gemütliche Atmosphäre, fast wie bei Kerzenschein! Da lässt sich nochmal anders reden als in den Arbeitsphasen. - Wolfgang Kornder, Andreas Speth, Luitgard Tusch-Kleiner, Irene Kornder, Elke Vagt und Petra Speth
In unserem Lokal herrschte eine sehr gemütliche Atmosphäre, fast wie bei Kerzenschein! Da lässt sich nochmal anders reden als in den Arbeitsphasen. - Wolfgang Kornder, Andreas Speth, Luitgard Tusch-Kleiner, Irene Kornder, Elke Vagt und Petra Speth

Unser WdG-Treffen bei Petra & Andreas in Hösbach 10. - 12. Juni 2016

 

Luitgard, Christiane, Elke, Andreas, Petra und (ganz vorne) Jens beim Treffen 2016. Irene und Wolfgang waren verhindert. 

 

Dieses Treffen beinhaltete ein Novum, denn unsere Kontemplations-Linie ist gewachsen: Erstmals wurde mit Elke Vagt eine Lehrerin - sozusagen von außerhalb - aufgenommen.  Herzlich willkommen bei uns! 

 

Treffen der WdG in Hamburg 9.-11. Okt. 2015 

 

Unser Treffen in Hamburg vom 9. -11- Oktober 2015 war bunt gemischt. Das Bild aus unserem Klausurraum spiegelt das ganz gut wieder:

- Viel Kullinarisches (herzlichen Dank an Joachim, der uns erin Mehrgängemenü servierte!)

- Viel Nachdenken und Nachspüren in Ruhe und gegenseitiger Achtung. Bei dem intensiven Arbeiten waren Pausen nötig, - deshalb die leeren Stühle. 

- Dazu Flair und Kultur der weltoffenen Stadt Hamburg.

 

Es war unser erstes Treffen ohne Luitgard, die uns von Bad Sassendorf aus begleitete. Unsere Verbundenheit mit ihr konnten wir kurz und prägnat ausdrücken: " Die "Erfahrung des heilsamen Sitzens zusammen mit Luitgard" ist das, was uns zutiefst hält. Ohne sie getroffen zu haben, wären wir nicht heute beieinander." (Zitat aus unserem Protokoll)

 

Gesichter der WdG

Unsere Weggemeinschaft besteht aus Menschen, die gemeinsam diesen Weg gehen, und der Kontemplationsline ein Gesicht geben: 

 

 

Die Mitglieder der WdG bei der Jahrestagung vom 5. -7. September 2014 in Bad Sassendorf.

Von Links: Christiane Müller, Luitgard Tusch-Kleiner, Irene Kornder, Jens Kretschmer, Wolfgang Kornder, Andreas und Petra Speth

Luitgard Tusch-Kleiner bei ihrer Ansprache anlässlich der Ernennung von Christane Müller zur Lehrerin der WdG am 30. August 2013 in Bad Sassendorf

Von links:

Andreas Speth

Jens Kretschmer

Dr. Wolfgang Kornder

Petra Speth

Irene Kornder

Christiane Müller bei ihrer Ernennung zur Lehrerin der WdG am 30. August 2013 in Bad Sassendorf

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